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Propaganda im Vorortzug

Geehrte Mitstreiter,

manchmal sind Ideen nicht gut und verschwinden nach einiger Zeit; andere sind gut, aber werden verdrängt bis man sie irgendwann einmal wieder benötigt; und manche Ideen sind einfach immer zu gebrauchen, egal aus welchem Jahrzehnt sie stammen:

Eine solche möchte ich heute präsentieren. Sie ist kostenlos, aber nicht umsonst.
Vorgestellt werden soll sie mit einer Geschichte aus der Vergangenheit:

P R O P A G A N D Afg I Mh V O R O R T Z U G

“An der Anfangsstation besteige ich den Vorortzug. Der mich zur Stadt bringen soll. Das Abteil scheint noch ganz leer zu sein. Doch halt – da taucht ja schon eine Gestalt zwischen den Bänken auf. Wer ists? Fritz – blonder, strammer SA-Mann, ein guter Bekannter –

Er hat einen ganzen Berg Zeitungen im Arm (ich erkenne den „Angriff“) und ist eifrig damit beschäftigt, alle Sitzplätze des Abteils fein säuberlich mit den Blättern zu belegen.

„Nanu! Was machst du denn da?!“ Fritz grinst. „Ich treibe Propaganda – wenn du nichts dagegen hast!“

„Propaganda?“

Fritz erzählt: „Siehst du, wir halten doch zu Haus den „Angriff“. Wenn wir ihn gelesen haben, kriegt ihn ein arbeitsloser Parteigenosse im Nebenhaus, der sich selbst keine Zeitung halten kann und schon immer sehnsüchtig darauf wartet. Aber damit ist es noch nicht genug! Wenn unser Freund mit den Zeitungen fertig ist, muß er sie mir wieder zurückbringen. Ich sammle sie alle schön auf, und wenn ich dann mal in die Stadt fahren muß, was öfter vorkommt, stecke ich mir den ganzen Packen in meine Aktentasche und – verteile ihn dann in der Bahn – wie du hier siehst!“

Während Fritz schnell und liebevoll noch die letzten freien Plätze mit Zeitungen bepflastert, lacht er vergnügt: „Nun ja, als Einwickelpapier sind unsere Zeitungen doch zu schade, nicht wahr? Sie können noch so manchen verblendeten Volksgenossen etwas aufklären. Wenn es auch alte Exemplare sind, das schadet nichts. Um sich die lange Fahrt zu verkürzen, greift mancher – und sei es nur aus Langeweile – gern nach den herumliegenden Blättern. Du kannst nachher überhaupt deine stillen Studien machen! Da sind manche, die schieben das Blatt gleich entsetzt weit von sich weg. Das sind die Unbelehrbaren. Aber die meisten nehmen es doch interessiert zur Hand und studieren es. Damit ist dann mein Zweck vollständig erreicht. Viele nehmen die Zeitungen sogar mit nach Haus.“

Fritz hat seine Arbeit beendet. Nun sitzt er brav und unschuldig neben mir und beobachtet nur mit vergnügtem Schmunzeln, wie sich das Abteil nach und nach füllt. Auf jeder Station steigen neue Menschen zu, und die meisten greifen tatsächlich sofort voller Interesse zu den herumliegenden Zeitungen.

Bravo, Fritz! Ich finde die Idee so großartig, daß ich sie meiner Mitwelt nicht vorenthalten kann. Das ist echte Naziart: Immer Propaganda treiben, immer werben und kämpfen für unsere herrliche Idee, bis die besten des deutschen Volkes sie erfasst haben. Oft ist es nur unscheinbare Kleinarbeit, und doch nützlich und wertvoll. Ein echter Nazi ist eben immer auf dem Posten.”

_________________________________________________________________

 Für all jene, die gerne das Original lesen möchten, es steht in der Zeitung Der Angriff, 2. Beilage – Nr. 25, Seite 9, erschienen Berlin, 30. Januar 1933.

Nichtsdestotrotz ist der Gedanke dahinter aktueller denn je. Sicher wird eine solche Arbeit durch die heutige Generalüberwachung in Supermärkten, Bahnhöfen, Zügen etc. erschwert. Aber es gibt nach wie vor Schulen, Bushaltestellen, Tante Emma Läden, Kioske, Baumärkte und natürlich auch Toiletten, wo man Propaganda platzieren kann.

Und zwar nicht nur durch das Ablegen von Zeitungen. Auch kostenlose Aufkleber kann man mit Netzseiten beschriften. Flugzettel sind leicht hergestellt, aber auch der nicht mehr aktuelle Katalog, ein Zuerst!-Magazin oder sonstige aufklärende Medien lassen sich nach dem Eigengebrauch verschenken. Und bevor man diese geistigen Waffen sinnlos archiviert oder gar in den Restmüll gibt, sollte man sie an belebten Plätzen ablegen.

Würde jeder von uns dem Vorbild des jungen Fritz folgen und nur jeden Tag 10 Flugzettel oder eine Zeitung ablegen, eine Toilettenwand beschreiben, die Zuerst! im Laden vor den Spiegel legen oder Flugzettel im Supermarkt in die Produktpalette einfügen, sollte bei rund 3000 Lesern pro Tag eine Auflage erzielt werden, die ihres gleichen sucht.

Durch ein solches Vorgehen wären jeden Tag die Angehörigen unseres Volkes zu erreichen. Vorbei an aller Umerziehung, Meinungsdiktatur und medialer Abschirmung. Man muss sich nur selbst disziplinieren, dann wird schon bald steter Tropfen die Machenschaften dieser Republik aushöhlen.

Wenn die Idee Gefallen findet, werde ich schon bald einige Vorschläge unterbreiten, mit denen man auf den Flugzetteln für Aufmerksamtkeit sorgen kann. Ferner gibt es einige Tipps, mit denen man sicherstellt, dass der Empfänger die Flugzettel mit Sicherheit erhält.

Categories: Reale Aktionen
  1. January 9, 2010 at 3:22 pm

    Sehr gute Idee: einfach und wirkungsvoll..

  2. BW
    January 9, 2010 at 7:21 pm

    Wirklich simpel und gut,besonders z.B die Zuerst! vor ein anderes Magazin legen.
    Das kann wirklich jeder,kostet nichts und dadurch fällt es dem ein oder anderen der im Regal stöbert bestimmt auf.

  3. January 11, 2010 at 12:10 am

    Genau dies ist auch meine Vorgehensweise, meist sehr Erfolgreich. Beim Auslegen von Flugblättern im Supermarkt aber lieber täglich nur ein paar, anstatt einen großen Haufen auf einmal. Marktleiter entfernen diese gerne.
    Apropos Propaganda… Oft ist es Hilfreich, Kommentare in Blogs zu hinterlassen. Würde ich hier z.B. de,maulwurfen.de schreiben, würden bestimmt einige diesen Verweis anklicken 😉

    • January 12, 2010 at 12:28 pm

      “Beim Auslegen von Flugblättern im Supermarkt aber lieber täglich nur ein paar, anstatt einen großen Haufen auf einmal.”

      # de Maulwurfen:

      Ich empfehle, möglichst viele zu verteilen, damit Du möglichst viele Kalorien verbrauchst. Du rufst ja dazu auf, aus Solidarität mit unserem Fastenmontag montags möglichst viel zu fressen…:-)

      • January 19, 2010 at 1:21 pm

        Mach dir keine Sorgen, solange ich noch keine 60 Kilo ‘drauf hab, ist alles in Ordnung 😉

  4. January 11, 2010 at 12:12 am

    mist, dumm gelaufen… Tippfehler… sollte sein: http://de.maulwurfen.info
    Das war jetzt ein Beispiel, wie es nicht laufen sollte 🙂

    • January 12, 2010 at 12:30 pm

      So ist das, wenn man Sand ins Getriebe streut, da läuft es dann eben nicht..

      • January 19, 2010 at 1:18 pm

        Es hat aber geklapüt 😉

  1. January 16, 2010 at 5:31 pm
  2. February 3, 2010 at 5:23 pm
  3. September 29, 2010 at 7:45 am

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