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Farbe für Wahlplakate

Ich sah vor ein paar Tagen an einer Universität in der BRD beschmierte Wahlplakate von CDU und FDP. Das ist eine Sachbeschädigung und der Täter macht sich strafbar. Anders wäre es, wenn der „Effekt“ sehr bald verschwinden würde.

Daher kam mir in den letzten Tagen die Idee, mein Paintball-Training nach draußen zu verlegen. Anlässlich der Landtagswahl in NRW bieten sich dabei hervorragende Gelegenheiten. Die ganzen angeblichen Demokraten, die aber dem Volk jedes Mitspracherecht verwehren, haben sich wieder in all ihrer Schönheit an die Laternenmasten gehängt – leider nur aus Pappe.

Aber auch aus einem fahrenden Auto kann man im Schutze der Dunkelheit, den Pappnasen mal ein paar Flecken Lebensmittelfarbe verpassen. Und so sieht das Volk auch, welche Fratzen des Hochverrats zum „Abschuss“ freigegeben sind.

Natürlich sollte man sich dabei nicht erwischen lassen. Aber in den Stunden, in denen die Stadt ohnehin nicht mehr der Staatsmacht, sondern den Zivilokkupanten gehört, ist das mit ein bisschen Vorsicht gut zu realisieren. Da die Farbe in der Regel gut auswaschbar ist, sollte man eine Nacht vor einer anstehenden (klimatischen) Hochdruckphase wählen, damit der Regen unsere „Volksver(t)räter“ nicht sofort wieder reinwäscht.

Wenn man Glück hat, bleibt die Farbe sehr lange kleben. Denn die Parteien haben meist nur noch ihre Seniorenverbände aufzufahren, um die Plakate zu hängen und zu reinigen. Viele bedienen sich schon privater Firmen für diese Tätigkeit. In einer Nacht kann man einige der Plakate, insbesondere die „Wesselmänner“ (siehe links), also die Großplakate, farblich verschönern. Und wenn man dann noch die Plakate der B90/Die Grünen auslässt, fühlt sich so mancher Ordnungshüter erst mal an die Farbbeutel-Attacke erinnert, die unsere grünen Freunde ja so gerne auch unter ihresgleichen anwenden.

Bevor alle Plakate gereinigt sind, geht viel Kraft und Zeit, aber vor allem Geld ins Land. Und davon haben die Parteien ja genug. Insofern begibt man sich als Anhänger des Paintball (aber bitte ohne derartige martialische Fotos eines Herrn Strache – das könnte der späteren Karriere schaden…) also auch auf eine Mission, das Geld von den Reichen zu den Armen umzuverteilen. In diese Sinne, Waidmanns Heil!

Categories: Reale Aktionen
  1. April 9, 2010 at 9:27 am

    Lieber vox,

    bei allem Verständnis für unkonventionelle Maßnahmen, derer ich in meinem langen politischen Leben auch schon einige ergriff: Wenn schon, dann die Politiker direkt in Farbe tauchen:-) Die Energie mit Plakatefärben vertun, halte ich für Quatsch. Stehst Du noch unter dem frischen Eindruck des Ostereierfärbens?

    • April 9, 2010 at 10:00 am

      Faule Ostereier färben – ja das trifft es ganz gut.

      Nein, mal ganz im Ernst. Ich kenne das Innenleben einer Systempartei ja nun mal auch. Und die personellen Ressourcen sind teilweise mehr als begrenzt. Die CDU in Mecklenburg hat soviele Mitglieder wie die ganze CDU Köln.

      Die Linken beschmieren ja die Wahlplakate ebenfalls, ja meist werden rechte Plakate sogar zerstört. Das ist Sachbeschädigung, die aber in der linken BRD niemanden kümmert. Die personellen und finanziellen Startbedingungen werden dadurch aber erheblich verschoben.

      Die in den Paintball-Waffen enthaltene Farbe wird vom Regen ausgewaschen, sodass keine “dauerhafte” Beschädigung vorhanden ist. Man macht sich also in dieser Hinsicht nicht strafbar.

      Eine Gefahr besteht natürlich im Verwenden der Waffe als solche. Das verstößt gegen das Waffengesetz. Deshalb sollte man sich ja auch nicht erwischen lassen. Aber wie gesagt, da sich heutzutage ohnehin keiner mehr nach 23 Uhr hinaustraut, sind die Straßen meist leer.

      Mir ging es ja gar nicht darum, unbedingt diese Idee zu bewerben, sondern ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass wir es in der BRD mit unterschiedlichen Voraussetzungen zu tun haben, selbst die “bürgerlichen” Parteien.

      Die Linke kann alles plakatieren und niemand nimmt Anstoß daran. Ich rate nur dazu, dass wir diese Differenz in den Bedingungen durch eigene Maßnahmen verringern – gleich welcher Art.

      • April 9, 2010 at 11:08 am

        “Die in den Paintball-Waffen enthaltene Farbe wird vom Regen ausgewaschen, sodass keine “dauerhafte” Beschädigung vorhanden ist. Man macht sich also in dieser Hinsicht nicht strafbar.”

        Trügt mich meine berufliche Erinnerung, daß auch ein nur zeitweises Zunichtemachen des Verwendungszweckes den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllen kann?

        Ich muß gestehen, daß ich in den 60iger Jahren linksradikale Parolen mit Freunden zusammen umgewidmet habe, deshalb habe ich eigentlich Verständnis für Unkonventionelles.

      • April 9, 2010 at 2:58 pm

        @ niekisch:

        § 303 II StGB: “Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert”

        Da die Lebensmittelfarbe im Ggs zu Graffiti leicht abwaschbar ist, liegt m.E. keine Sachbeschädigung vor.

        Das größere Problem dürfte auch im Waffengesetz lauern…das mit der Paintball-Waffe in der Öffentlichkeit ist nicht so ohne.

        In Anbetracht dessen ist das gewöhnliche, mechanische Zerstören der Plakate wohl geeigneter und zumindest juristisch unbedenklicher.

  2. Meckerer
    April 9, 2010 at 9:39 am

    Das Kanzlerin-Foto oben entspricht wohl auch der Realität. SED-Fratze erster Güte.

  3. April 9, 2010 at 6:31 pm

    “nicht nur vorübergehend verändert”

    Und was ist, wenn bis zur Wahl eine trockene Wetterlage herrscht und somit der Volksverräterkandidat ständig nicht zu erkennen ist?:-)

  4. June 11, 2011 at 1:16 pm

    cooles Plakat – so etwas hätte man dorch proaktiv nutzen können. Aber wir sehen, haben Sie es ja dann doch geschaft (auch ohne Spassfaktor)

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