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Negativbeispiele für den Verhaltens- und Sprachkodex in der NPD

Absolutes Negativbeispiel

Absolutes Negativbeispiel

Ich werde ja nicht gerne persönlich, aber ich habe festgestellt, dass manche Dinge erst fruchten, wenn man die Personen unmittelbar anspricht. Ansonsten geht das stets so: “Schön, das zu lesen; aber was kommt heute Abend im Fernsehen und ist das Bier schon kaltgestellt?” Die angesprochenen Menschen verbleiben in ihrem Trott und glauben, diese Dinge gingen sie nichts an. Deshalb folgt nun ein Negativbeispiel für ordentliches Aussehen:

Einige werden mir das jetzt sicher wieder übel nehmen; aber ich habe das Bild in einem Bericht gefunden, der den Vorwurf von Spitzeltätigkeiten gegen diese Personen substantiiert erhebt. Auch wenn dieser Bericht aus einem Milieu kommt, dem man mindestens genauso gut entgegenhalten kann, dass hier mehr staatliche Zahlungen fließen als das berühmte Hartz4, für dessen Inanspruchnahme sich ja der “arbeits- aber nicht beschäftigungslose” Führer Axel Reitz rühmt.

Das Foto kann in Originalgröße hier abgerufen werden. An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich auf die Empfehlungen im Verhaltens- und Sprachkodex hingewiesen.Nehmen wir uns zunächst die Atmosphäre des Bildes vor: eine einfache Hauswand – mit Blick auf den Balkon. Sehr staatstragend.😉 Hier hätte man auch den Kleingartenverein Castrop-Rauxel ablichten können, aber keine Partei, die selbst den Anspruch erhebt, für Deutschland eine Wende herbeiführen zu wollen.

Punkt 1: Anspruch und Realität passen nicht zusammen – ein kommunikativer Super-GAU!

NPD-LaVo NRW

NPD-LaVo NRW

Man hätte hier in eine Grünanlage gehen können, vor ein Denkmal einer deutschen Persönlichkeit usw. Das Gestrüpp und die rostoge Eisenstange rechts im Bild sind nicht so gewinnbringend.

Nun aber zu den Menschen: Nehmen wir uns als ersten den Vorsitzenden Cremer zur Brust. Er ist der Mann in Schwarz in der Mitte. Einziger Pluspunkt: er lächelt! Der Rest ist nicht sonderlich passend. Während die Damen wenigstens etwas Frische in das Bild bringen, geht Herr Cremer in Trauer – von Kopf bis Fuß. Ein aufstrebendes Deutschland ist visionär, es macht Spaß, es reißt mit. All das kann mit einem Traueraufzug nicht geschehen.

Punkt 2: Ein bisschen mehr “Leben” in den Stil bringen, also auch mal ein weißes Hemd oder eine farbige Krawatte. Nicht die aus den 80ern, sondern eine aktuelle. Werbeprospekte von Kaufhof bis P+C liefern hier genügend Anschauungsmaterial.

Dann der Herr ganz links im Bild. Gegen den Anzug ist, bis auf die schlecht sitzende Krawatte, wirklich nichts zu sagen. Hier mal ein Lob! Auch die Schuhe sind geputzt.😉 Aber warum muss es diese eklige, blaue Sonnenbrille und das wuchtige Goldkettchen samt dieser goldenen Ringe sein? Mit Verlaub, aber mir kam da die Assoziation eines Zuhälters oder eines Sonnenbank-Vertreters. Würde man einen windigen Versicherungsmakler zum Kanzler machen? Ja, wenn er sich anders verkauft! Darauf kommt es an – das Bild, das man erzeugt, ist enorm wichtig.

Deshalb Punkt 3: Überprüfe das Bild, das Du anderen gibst. Du willst ihr Vertrauen, deshalb musst Du vertrauenswürdig aussehen. Hole Dir bei Freunden oder in der Familie eine Rückkoppelung, wie Du auf andere wirkst, welche Eigenschaften man Dir zuschreibt.

Ähnliches gilt für den jungen Mann links von Herrn Cremer. Frisur, Kleidung und Schuhe verdienen ein Lob. Ausdrücklich! Aber warum dieser verbissene Gesichtsausdruck? Sicher, das Vaterland ist wahrlich in keiner guten Verfassung (genau gesagt: es hat gar keine). Aber ein Lächeln wirkt manchmal Wunder. Auch hier gilt: Wir sind nicht das wandelnde abbild dieser verkommenen Gesellschaft, sondern wir wollen Menschen gewinnen, um sie wieder hin zu einem neuen Deutschland zu führen. Und einem lächelnden Menschen folgt man eher als einem Griesgram.

Punkt 4: Lächeln und Freude austrahlen! Der Kampf wird zwar hart, aber er verschafft innere Befriedigung. Mit einem Siegerlächeln kommt der Erfolg von allein!

Der Rest auf dem Foto kommt zunächst ungeschoren davon😉 Einige lächeln und wirken auch sympathisch. Das ist gut und das soll ausdrücklich positiv herausgestellt werden. Nur eine Sache missfällt mir immer wieder: Unser Volk ist zerrissen; es leidet an Kinderarmut und Armut der Kinder. Die NPD will hier für etwas Neues stehen. Sie markiert den Aufbruch. Aber wie kann man für “Aufbruch” stehen, wenn man selber, wie die Altparteien, wohlgenährt ist? Die drei Herren auf der rechten Seite des Fotos wissen, wer angesprochen ist. Geht nicht auch ein bisschen weniger? Wir können doch nicht immer von “Kampf” reden, wenn wir selbst den Eindruck völliger Wehruntauglichkeit machen.

Punkt 5: Nicht nur die Kleidung (siehe Punkt 1), auch unser Körper, der Ausdruck der Seele ist, muss zu uns passen. Es darf keine Widersprüche in dem Bild geben, das wir vermitteln. Übergewicht ist ein Zeichen von schlechten Gewohnheiten. Bis auf die wenigen, krankhaften Fälle, kann jeder (!) etwas an seiner Figur tun – gerade in jungen Jahren!

Die Debatte um das Thema Kleidung und Abgrenzung gegenüber den Etablierten wurde auch anlässlich der Kandidatenfotos aus Berlin angestoßen, siehe hier. Ich habe zu diesen Fotos, die eigentlich auf den Seiten der NPD Berlin (npd-berlin.de) und auf der Seite von Udo Voigt (udovoigt.de) abgerufen werden konnten (offenbar hat man hier anderes zu tun, als die Seite wieder hochzufahren…), auch schon meine Anmerkungen gemacht.

Foto 2

Foto 2

Ich habe übrigens – soviel nur vorweg – nie behauptet, dass wir alle in Anzügen rumlaufen müssen!

Berufskleidung oder elegante Freizeitkleidung geht auch! Warum nicht in Handwerkerkleidung photographieren lassen? Das würde zeigen: Wir sind das Volk. Ein gemischtes Bild wäre sicher nicht schlecht! Vielleicht mal so: Eine Rentnerin, ein Handwerker, ein “Anzugträger”, ein Jugendlicher und meinetwegen auch mal ein Hartz4-Empfänger (der aber nicht rumlaufen muss wie der letzte Henker). Das wäre Abgrenzung von den Etablierten in einem stilvollen Rahmen. Die NPD Sachen-Anhalt hat es da schon vorgemacht!

Aber die Fotos, die in Berlin gemacht worden sind, sind “einfach mal so” geschossen worden. Da hat man sich nicht sonderliche Mühe gemacht. Einfach alle aufgestellt und dann abgedrückt. Danach ist man wahrscheinlich in die Kneipe anstatt die Fotos zu bearbeiten, nachzubereiten und evtl. noch einmal ein Foto zu machen.

So kann das in Berlin mit der NPD nichts werden.

Den Einfluss der Frauen sieht man auch in Berlin. Die Frau ist ist ja durchaus tageslichttauglich. Warum hat sie die Männer nicht beraten? Denn auch hier gibt es Kritik:

1. Der Herr im “Metal-Look” – meinetwegen kann man das machen. Wenn das den Charakter oder die “Zielgruppe” anspricht, gut, dann soll es so sein. Wir haben eine plurale Gesellschaft und die wird sich zwangsläufig auch in den Parteien abbilden. Aber muss man dann die Hände in der Hostentasche haben? Dann wäre das Bild in der Tat gar nicht schlecht. Vor allem auf Foto 1 ist ein Lächeln vorhanden – das belegt, dass man es nicht mit einem Weltuntergangsanhänger zu tun hat.

2. Gegen Herrn Voigt lässt sich nichts vorbringen; er ist gut gekleidet. Außerdem hat er eine frische Gesichtsfarbe. Nur der Griff an den Gürtel hätte nicht sein müssen. Das ist ein Foto, um bei den Menschen Punkte zu sammeln und kein Schnappschuss auf der Herrentoilette. Wie gesagt, ansonsten ist vieles in Ordnung und vorbildlich. Aber wieso wirkt diese Vorbildwirkung nicht auf andere? Warum berät Voigt nicht die anderen?

3. Etwa den Herrn mit dem Hund (Foto 2). Muss der Hund mit auf das Foto? Was soll er verdeutlichen? Gerade in Berlin gibt es ja Probleme um den Hund wie in keiner anderen Stadt. Was will man also aussagen?

Foto 1

Foto 1

Oder war es reiner Zufall? Darauf deutet hin, dass der Hund eher im Hintergrund und beiläufig auf dem Foto ist. Hier hätte man mehr draus machen können. Auch das Lächeln fehlt hier wieder. Ansonsten tadelloses Aussehen – großes Lob.

4. Ganz anders bei Herrn Uwe Meenen, dem Landesvorsitzenden in Berlin. Auf Foto 2 sieht man die ungeputzten, staubigen Schuhe. Würde ich Herrn Meenen so in mein Wohnzimmer lassen? Wohl kaum! Dann diese lederne Zwangsjacke! Wo ist die erhältlich? Oder ist das noch ein Sammlerstück aus den 80ern. Grässlich! Vom Lächeln will ich gar nicht erst reden. Diese Aufmachung, die Haltung und die Ausstrahlung sind maximal eine Schulnote “5”. Wieder alles in Schwarz! Unmöglich! Haben Landesvorsitzende das als Stilmittel gepachtet?

5. Ich will aber auch mal loben: Das weiße Hemd des jungen Herren gefällt mir sehr – deutlich sympathischer als Meenen in seiner Zwangsjacke. Nur als kleiner Tipp: Wenn das Hemd in die Hose gesteckt wird, gehört ein Gürtel in die Hose – unabhängig davon, ob man zum Halten der Hose einen Gürtel benötigt. Das weiße Hemd sollte ferner nochmal gebügelt werden. Gelächelt wird jedenfalls – das ist nochmals ausdrücklich zu loben!

Überhaupt schlagen die Berliner Fotos das aus NRW um Längen – allein schon wegen der Atmosphäre. Gerade das zweite Foto vereint merhere Wahrzeichen Berlins! Sehr schön! Großes Lob!

Grundsätzlich sei nochmals betont: Die hier geäußerte Kritik an Personen soll eine Debatte ins Rollen bringen, die die Partei und ihre Funktionäre dringend nötig haben. Diese Debatte kann nur von außen kommen und sie muss hart verlaufen, sonst zeigt sie keine Wirkung. Die angesprochenen Personen sollen die Kritk nicht allzu persönlich nehmen, da sie ja selbst meist nichts dafür können. Viele sind in ihrem Trott und in ihrer Routine gefangen, weil ihnen niemand sagt, was zu ändern wäre.

Der Partei fehlen kompetente PR-Experten. Obgleich natürlich ein bisschen mehr weibliche Intuition und Modebewusstschein schon nicht schaden würde.😉 Insofern muss der Prozess an allen Ecken und Enden begonnen werden. Wir sollten das Volk abbilden und nicht nur bestimmte Zielgruppen. Fotos dürfen deshalb “nicht mal eben” beim Gassi-Gehen mit dem Hunde geschossen werden, sondern müssen professionell angegangen werden.

Einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung soll dieser, zugegeben etwas provokative, Beitrag leisten. Weitere Schritte der Erneuerung müssen sehr bald gegangen werden.

  1. October 11, 2011 at 9:23 am

    Besonders negativ wirken sich auch die ständigen Provokationen in den Wahlkämpfen aus. Z.B. das Adolf-Kreuzworträtsel in Berlin. Aber auch das “Faust räumt auf”-Spiel im Bremer Wahlkampf ist jetzt Ziel von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen Volksverhetzung.

    http://www.dvu-nds.de/2011/10/folks-ferhetzer-vaust/

    .

  2. October 12, 2011 at 3:19 pm

    Das Schlimmste, was mir zuerst auffiel, auf dem NRW-Photo, ist der junge Mann, links vorne neben Claus Cremer. Er erinnert mich auf den ersten Blick, durch sein Gesichtsausdruck, seine Frisur und Gestik, an eine Hitler-Karikatur. Sowas muß, auf alle Fälle, zukünftig vermieden werden.

    Im allgemeinen wirken die Bilder, in der Tat, eher unprofessionell, wobei die von Berlin gar nicht mal so schlecht sind. Zumahl es ja auch noch weitere aus dieser Photo-Session gibt, die vielleicht besser sind!?

    • October 12, 2011 at 8:22 pm

      Das Bild vorm Roten RAthuas wurde aber zum Wahlkampf VERWENDET – das ist das entscheidende, nicht ob irgendwo noch bessere in der Schublade liegen.

      • October 13, 2011 at 1:08 pm

        @ VoxPopuli

        Das wußte ich nicht, im Netz waren auch andere zu sehen. Aber, mal abgesehen davon, daß Uwe Meenen so aussieht, als käme er gerade vom letzten Wave-Gothic-Treffen, finde ich diese Berlin-Fotos, so schlecht nicht.

    • October 12, 2011 at 8:53 pm

      Wo bitte siehst du da eine Ähnlichkeit zu Hitler?

      • October 13, 2011 at 7:35 am

        Lieber Federschlag,

        es ist die Frisur (Scheitel wied er Führer) und der Blick, der ziemlich grimmig ist und dadurch entsteht unter der Nase ein ungünstiger Schatten.

        Die Leute wissen zwar, dass schlechte Zeiten anbrechen, aber siie wollen eben auch keine Miesepeter. Ein bisschen mehr Lächeln kann nicht schaden….

      • October 13, 2011 at 11:53 am

        Das ist wieder einer der Fälle, wo ich sagen muß: Beim besten Willen fällt es mir schwer, hier Ähnlichkeiten zu finden. Aber gut … besser zuviel auf etwas hingewiesen als zuwenig.

  3. Gegenpol
    October 15, 2011 at 12:42 pm

    “Wie erklären Sie es sich denn, dass ein Lutz Battke
    trotzdem Erfolge hatte und Frank Franz eher keine?”

    Einfache Antwort:
    Eine politische Wahl ist NICHT die Wahl zu “Mister Schörmeni”.

    • October 31, 2011 at 2:45 pm

      Nicht nur, aber eben AUCH, lieber “Gegenpol”…

      Ich habe nie behauptet, dass es ohne Programm geht. Aber ein adrettes Auftreten ist das A und O!

  4. Sir Toby
    November 2, 2011 at 8:03 am

    Der Udo Voigt auf dem Photo Nr. 2 … also die Art wie er seine rechte Hand da an seine Hose hält …😆 … ich dachte im ersten Moment … na ja, schon klar was ich dachte, oder?😆

  5. Tom
    November 8, 2011 at 2:57 pm

    God artikel du har lavet, jeg prøver selv at skrive løs om computer spil, men er løbet lidt tør for ideer, så vil kigge nettet igennem, fortsæt med de gode artikler, vil helt klart kigge forbi igen senere.

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